Die ideale Geliebte on screen

2018, screen print on silk twill, 90x140cm,digital projection

Eine erfundene Frau*

Sie ist die fiktionale, lediglich in Mia Holls Geist existierende, Lebensberaterin und personifizierte Erinnerung an den Bruder Moritz Holl. Moritz Holl hat sie einst erfunden um ihm als Geliebte, die denkt wie er, und eine perfekte Gesprächspartnerin darstellt. Vor seinem Tod, „gibt“ Moritz sie an seine Schwester Mia weiter.

Von da an spricht sie mit Mia und überträgt Zweifel am System und eine Sehnsucht nach Freiheit auf sie. Als dies erfüllt ist, „verlässt“ sie Mia.

Der Entwurf sieht die Figur als ausgemergelte, abgekämpfte und dennoch körperlich freizügige und bewegliche Frauengestalt. Obwohl sie einige androgyne Züge aufweist, ist sie in der Tradition vieler weiblich konnotierter Freiheitsallegorien (La Liberté, etc.), als „Frau“ erkennbar, die körperlich agil und ein wenig unbekümmert, ob Gefühlen wie Scham oder Zurückhaltung, in ein dünnes Seidenkleid gehüllt, der kalten und rationalen Welt um sie herum scheinbar schutzlos ausgeliefert ist.