© 2012 Felix Robert Huber

Einsturzstraße

Client:

Palais Kabelwerk

Bühnenbild und Lichtdesign

R: Marie-Christin Rissinger

Dezember 2012, Palais Kabelwerk Wien

Die EinsturzStraße ist ein Spiel, bei dem sich die Besucher_innen, begleitet von Sounds analoger modular Synthesizer und von Figuren nicht ganz von dieser Welt, durch unterschiedliche Stationen spielen. Durch eine sanfte Melodie hineingezogen in ein „Zirkuszelt“ zocken sie in einer ersten Runde „Wahrheit oder Fake?“ in einer Face-to-Face-Situation mit Spielleiter_innen um den Grundeinsatz. Ausgestattet mit einem Köcher, der mit mal mehr, mal weniger Kies befüllt ist, geht es weiter durch den Abend. Während sich einzelne Köcher füllen, werden andere leerer. Die Besucher_innen spielen sich in Gruppen aufgeteilt durch eine Versteigerung, die so manche_n Spieler_in dazu verleitet, mehr Kies zu setzen, als er_sie eigentlich hat. Mal hilft ihm jemand aus, mal werden Deals geschlossen, mal bestehen die anderen Spieler_innen auf eine Strafzahlung. In einem anderen Raum finden sich die Spieler_innen in einem selbstironischen und äußerst thea­tralen Teambuildingseminar wieder, in einem anderen Raum geht es mit einem Aufzug hoch hinaus oder aber hinab in die Tiefen der Unterwelt.

Mit Bezug auf die Krisenpolitik in Europa wird der Zirkus des Geldes hier wörtlich genommen. Die übernatürliche Macht „Moodswing“ tut ihr Übriges und verschärft willkürlich so mach ungünstiges Blatt. Wie hängt der spielerische oder auch sportliche Wettkampfgedanke mit neoliberalen Strukturen zusammen? Diese Frage wird in der Einsturzstraße durch die satirische Reproduktion bestehender Mechanismen auf die Probe gestellt. Es bleibt die Frage: Wie konform sind intellektuelle Haltung und alltägliche Handlung? Und: Ist es möglich, in vorhandenen Systemen andere, eigene Spielregeln zu definieren?

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Love and Happiness