© 2022 Felix Huber

Coriolanus

Client:

wortwiege

Bühnenbild

SCHAUSPIEL:

Philipp Dornauer
Lukas Haas
Paul Hüttinger
Uwe Reichwaldt
Judith Richter
Jens Ole Schmieder

TEAM:

Regie & Spielfassung: Azelia Opak

Musik: Nachwuchsmiusiker:innen der mdw
Bühne: Felix Huber
Kostüme: Noémi Borcsányi-Andits
Licht: Lukas Kaltenbäck

Dramaturgie: Marie-Therese Handle-Pfeiffer

Gezeigt wird die Geburtsstunde des Populismus, die den Fall des letzten, auf gleichermaßen spektakuläre wie fatale Weise unbeugsamen Soldaten bedingt. Coriolanus ist ein Kind des Krieges, vollkommen seiner Sache verschrieben: der kriegerischen Herrschaft des römischen Adels. Seine Umwelt aber ist dabei, in eine Zeit überzutreten, in der das Lob der Taten mehr Prestige hat als die Taten selbst. Die „Plebs“ hat längst erkannt, dass politische Macht die Not länger lindern kann als eine Handvoll Korn, und übt sich in der Kunst der Intrige. Dabei gerät der anfechtbare Titelheld in das Spannungsfeld zwischen Krieg, der Frieden stiften soll, und einer neuen Zeit, die andere, blutfreie – oder wie Coriolanus sagen würde: blutlose – Kriegsformen übt.

Dass Brecht dieses Stück bearbeitet, Beethoven eine Ouvertüre (op.62) mit demselben Titel geschrieben und Ralph Fiennes die Vorlage 2011 verfilmt hat, mag vom anhaltenden Interesse an diesem außergewöhnlich radikalen Protagonisten zeugen.

Shakespeare überlässt dem Publikum die schwierige Aufgabe, die Wahl der Mittel jeweils gerechtfertigt oder fatal, ehren- oder grauenvoll, listig oder feige einzuschätzen. Das Stück war immer schon eine starke Herausforderung – und ist es in Zeiten schwindender Gewissheiten mehr denn je.

(c) Simeon Jaax